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Geschäfte mit Kryptowährungen


Die drei grössten Compliance-Risiken und wie sie sich minimieren lassen

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Bitcoin_Cryptocurrency


1

GELDWÄSCHE

insbesondere bei der Umwandlung von und zu Fiatgeld

2

ATF

Terror-Finanzierung, zum Beispiel über Crowdfunding

3

KORRUPTION

politisch exponierter Personen oder Organisationen


HERAUSFORDERUNG

Risiken und Regulatorien für den Handel und Dienstleistungen mit Kryptowährungen

Kryptowährungen sind noch recht jung. Die erste und weltweit marktstärkste, der Bitcoin, kam 2009 auf den Markt. In einem relativ gesehen noch frühen Entwicklungsstadium sind die regulatorischen Vorgaben für damit verbundene Geschäfte. Umfang, Stand und Inhalte variieren international deutlich stärker als die länderspezifischen Richtlinien für den klassischen Finanzmarkt, die auf Kryptowährungen aufgrund deren Eigenheiten nicht ohne Weiteres anwendbar sind.

Wesentlich für virtuelle Währungen sind Distributed-Ledger-Technologien wie Blockchain.

Deren Fähigkeit, Daten sicher und global verteilt in dezentralen Rechnernetzen zu speichern, bildet die Basis für Bitcoin, Ether, Cardano & Co. Vermögen in solchen nicht staatlichen Währungen können so ohne Intermediäre wie Banken nahezu anonym transferiert werden. Das macht Kryptowährungen auch für Kriminelle interessant, sei es in Bezug auf Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Korruption oder die Umgehung von Sanktionen.

Manche solcher Fälle kommen ans Tageslicht, wie einige rund um die Hacker-Gruppe Lazarus (auch bekannt als Guardians of Peace, GOP), die mit der nordkoreanischen Regierung in Verbindung gebracht wird. Unter anderem erlangte die Gruppe durch Cyberattacken Zugriff auf Buchgeld von Banken (konkret auf US-Dollar), wandelte es über mehrere Trading-Plattformen und unter Nutzung verschiedener Wallets in Kryptowährungen um – und nach einigen Transfers von Plattform zu Plattform zurück in Buchgeld. Laut Angaben der US-amerikanischen Justiz sollen so letzten Endes mehrere Hundert Millionen Dollar in die Staatskasse Nordkoreas gewandert sein.

Viele andere Fälle bleiben im Dunkeln. Denn Finanzkriminalität in Verbindung mit Kryptowährungen aufzudecken stellt Strafverfolgungsbehörden vor große Herausforderungen – schon deshalb, weil Kryptotransaktionen in der Regel grenzüberschreitend sind und Rechtshilfegesuche in einigen Ländern ins Leere laufen. Welchen Anteil kriminelle Transaktionen am Gesamtvolumen haben, kann deshalb bisher nur geschätzt werden. Experten gehen jedoch davon aus, dass zumindest deren Wert von Jahr zu Jahr steigt – entsprechend der Entwicklung der Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen. Lag diese im Jahr 2020 noch bei maximal 700 Milliarden US-Dollar, wurden 2021 Höchststände von zeitweise mehr als 2,5 Billionen US-Dollar erreicht.

„Neue Technologien, Produkte und damit verbundene Dienstleistungen haben das Potenzial, finanzielle Innovation und Effizienz anzukurbeln und die finanzielle Inklusion zu verbessern, aber sie eröffnen Kriminellen und Terroristen auch neue Möglichkeiten, ihre Einnahmen zu waschen oder ihre illegalen Aktivitäten zu finanzieren.“

Financial Action Task Force (FATF)
aus: Guidance for a Risk-Based Approach to Virtual Assets and Virtual Asset Service Providers, Oktober 2021

Parallel zur Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen wächst weltweit der regulatorische Druck auf den Handel und auf Dienstleistungen damit. Vorangetrieben wird er unter anderem von der Financial Action Task Force (FATF). Der OECD in Paris angegliedert, ist sie das wichtigste internationale Gremium zur Bekämpfung und Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung. Die FATF entwickelt zu diesen Zwecken Compliance-Standards wie die „Guidance for a Risk-Based Approach to Virtual Assets and Virtual Asset Service Providers“. An ihnen orientieren sich viele aktuelle Gesetzgebungen und Verordnungen, wie zum Beispiel die 5. EU-Geldwäscherichtlinie, deren Umsetzungsgesetz im Januar 2020 in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ebenso wie in Grossbritannien in Kraft getreten ist.

Die Richtlinie bzw. deren Umsetzungsgesetze (z. B. in Deutschland das revidierte Geldwäschegesetz; in der Schweiz existieren analoge Vorschriften der FINMA) nehmen nun auch Kryptohändler, -dienstleister und Unternehmen, die Krypto-Assets als Zahlungsmittel akzeptieren oder verwenden, in die Pflicht, ihren Teil zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung beizutragen. Es besteht die Pflicht, seine Geschäftspartner zu identifizieren und deren Identität auf der Grundlage von Dokumenten, Daten oder Informationen, die aus einer glaubwürdigen und unabhängigen Quelle stammen, zu prüfen. Bei Geschäften mit Unternehmen muss der wirtschaftlich Berechtigte in Deutschland über das Handels- oder das Transparenzregister ermittelt werden. Verlangt wird zudem ein umfassendes Risikomanagement. Es beginnt bei der Entwicklung von Verfahrensanweisungen und internen Grundsätzen zur Geldwäscheprävention und hört bei regelmässigen Compliance-Schulungen und Zuverlässigkeitsprüfungen der Angestellten noch lange nicht auf. Falls von der zuständigen Aufsichtsbehörde angeordnet, muss zudem ein Geldwäschebeauftragter bestellt werden. Und im täglichen Geschäft ist die Bewertung des Kunden-, Produkt- und Transaktionsrisikos erforderlich. Kunden können politisch exponiert und damit auch für mögliche Korruption anfällig sein. Transaktionen können ungewöhnlich oder komplex sein und damit dokumentationspflichtig. Die daraus erforderliche Risikoanalyse muss dokumentiert und kontinuierlich überprüft werden. Verdachtsfälle gilt es den zuständigen Strafverfolgungs-, Zoll- und Finanzbehörden zu melden.


LÖSUNG

Risiken frühzeitig erkennen und minimieren

Ein Grossteil des Risikomanagements und der geforderten Sorgfaltspflicht beim Handel mit Kryptowährungen und damit verbundenen Dienstleistungen besteht darin, zu wissen, mit wem man Geschäfte macht. Die Know-Your-Customer- und Anti-Money-Laundering-Lösungen von Pythagoras helfen dabei, entsprechenden regulatorischen Anforderungen bequem und zuverlässig gerecht zu werden – und das schon beim Onboarding neuer Kunden.

Das Pythagoras Partner Screening ermöglicht nicht nur die systematische Prüfung bestehender, sondern auch neuer Geschäftsbeziehungen auf Risiken, die mit Personen oder Organisationen verbunden sind, ebenso wie die Überwachung der erkannten Risiken. Das System automatisiert den regelmässigen Abgleich mit internen, aber auch externen Referenzdaten wie von Refinitiv World-Check und Dow Jones Factiva. Dabei unterstützt das integrierbare Native Character Screening auch nicht lateinische Schriftzeichen. Dies ermöglicht einen globalen Einsatz bei gleichzeitiger Erfüllung lokaler Anforderungen. Das Pythagoras Partner Screening lässt sich dabei über die Pythagoras API nahtlos auch in eigene Applikationen (z. B. für einen Kontoeröffnungsprozess) integrieren. Ob es so oder als eigenständige Anwendung genutzt wird: Die Implementierungszeiten sind denkbar gering.

Um Compliance-Risiken wie Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder Korruption mit Kryptowährungen zu erkennen, muss ein weiteres Augenmerk der Überwachung von Transaktionen insbesondere bei der Umwandlung von Fiatgeld* in eine Kryptowährung oder umgekehrt gelten. Vorsicht ist unter anderem in folgenden Fällen geboten:

  • Der Betrag und die Häufigkeit der Transaktion passt nicht zum Geschäftsvorgang.
  • Es besteht eine ungewöhnliche Häufung oder Kurzfristigkeit von Transaktionen.
  • Es gibt Transaktionen von und zu Ländern mit schwächerer Überwachung für virtuelle Währungen (geografische Risiken).
  • Transaktionen passen nicht zum angegebenen Vertragspartner ( B. Zahlungseingänge von Geschäftskonten auf privaten Konten jüngerer Personen).
  • Die Transaktionen haben komplexe Muster, die nicht ohne Weiteres erklärbar sind.

In solchen Fällen hilft das Pythagoras Transaction Monitoring. Es lässt sich einfach und schnell implementieren, vergleicht Transaktionsdaten aus dem eigenen Buchhaltungssystem und verarbeitet sie gemäss eines vordefinierten Regelwerks. Regeln, Parameter und Limits können dabei global, pro Segment oder kundenspezifisch festgelegt werden, entsprechend dem verfügbaren Detaillierungsgrad der Daten der eigenen Organisation. Jede Abweichung von normalen oder plausiblen Transaktionen wird angezeigt und kann dokumentiert werden. Dabei erfasst das Pythagoras Transaction Monitoring Geschäfte – wie bei zahlreichen Kryptowährungen nötig – auf 15 Dezimalstellen genau.

* Als Fiatgeld wird eine nationale Währung bezeichnet, die nicht an den Preis eines Rohstoffes wie Gold oder Silber gebunden ist. Der Wert des Fiatgelds basiert größtenteils auf dem Vertrauen der Öffentlichkeit zum Herausgeber der Währung – in der Regel ist es die Regierung oder die Zentralbank des jeweiligen Landes.


ERGEBNIS

Vertrauen, um Businesschancen optimal zu nutzen

Kryptowährungen ermöglichen Innovationen und neue Geschäftsfelder im Finanzmarkt. Dafür sprechen viele ihrer Vorteile:

  • Geringere Transaktionskosten als im herkömmlichen Zahlungsverkehr
  • Schnellere Transfergeschwindigkeit
  • Effizienzgewinne für Zahlungssysteme
  • Steigende Beliebtheit als Investitionsalternative
  • Hohe Spekulationsgewinne möglich

Doch wie im traditionellen Bankgeschäft auch, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für all das die Bildung einer gegenseitigen Vertrauenskultur – und zwar zwischen allen Marktakteuren wie Regierungen, Unternehmen und Konsumenten. Dieses Vertrauen versuchen Regulatoren durch Compliance-Richtlinien aufzubauen und zu stärken. Um sie einzuhalten, selbst Sicherheit im Tagesgeschäft zu gewinnen und Businesschancen durch Kryptowährungen optimal zu nutzen, sind Lösungen wie das Pythagoras Partner Screening und das Pythagoras Transaction Monitoring auch in Zukunft unerlässlich.

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Christine Winkler