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Was ist Anti Money Laundering (AML)? – Definition und Bedeutung


Unter Anti Money Laundering (AML) fallen Gesetze, Vorschriften und Verfahren, die darauf abzielen, die Verschleierung von illegal erworbenen Geldern als legitimes Einkommen zu verhindern. AML fokussiert illegale Finanztransaktionen, die kriminelle oder terroristische Aktivitäten unterstützen. Finanzinstitute und andere regulierte Einheiten sind verpflichtet, ein robustes Programm zur Verhinderung, Aufdeckung und Meldung von Geldwäsche zu etablieren.

Definition: Was ist AML?

Anti Money Laundering (AML) bedeutet wortwörtlich Anti-Geldwäsche und meint die Bekämpfung der Geldwäsche. AML umfasst zahlreiche Schutzmassnahmen, um Unternehmen und deren Kunden vor illegalen Aktivitäten zu schützen. Geldwäsche ist die Verschleierung der Illegalität von Geldern. Gegenüber Dritten soll folglich der Eindruck entstehen, dass die Gelder aus einer seriösen Geldquelle stammen. Auf der staatlichen Ebene nimmt Geldwäschebekämpfung die Aktivitäten von Finanzinstitutionen ins Visier. Dabei geht es um die Frage, ob die Institutionen verdächtige Aktivitäten entsprechend den gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen aktiv überwachen.

Wie funktioniert Geldwäsche?

Geldwäsche ist eine komplexe Transaktion, die in mehreren Phasen abläuft.

  1. Einschleusen (Placement):

Die erste Phase umfasst die Einbringung illegal erworbener Gelder in den Finanzkreislauf. Dies geschieht meist durch Einzahlungen auf ein Bankkonto. Es sind aber auch Zahlungen an Unternehmen möglich, die bargeldbasiert arbeiten oder Gelder in anonyme Offshore- und Treuhandgesellschaften verschieben.

  1. Verschleierung (Layering):

In der Verschleierungsphase werden illegale Geldmittel von ihrer Quelle entkoppelt. Dies geschieht durch Umwandlung in andere Zahlungsformen und anschliessende komplexe Finanztransaktionen. Dadurch wird die Rückverfolgbarkeit der Transaktionen erheblich erschwert.

  1. Integration:

In dieser Phase wird dafür gesorgt, dass die „gewaschenen“ Gelder wieder in den Wirtschaftskreislauf einfliessen. Dazu werden Immobilien oder hochwertige Luxusgüter erworben (ganz oder zum Teil in bar), diese für eine Weile gehalten und anschliessend wieder verkauft.

Beispiele für Geldwäscherei

Um die komplexen Mechanismen und Konzepte der Geldwäsche besser zu veranschaulichen und ein klareres Verständnis dafür zu vermitteln, sind hier einige gängige Praktiken aufgelistet:

  • Die Nutzung eines Restaurants oder eines anderen Geschäfts, in dem viele Bartransaktionen stattfinden, um das illegale Geld mit dem legalen Einkommen zu vermischen.
  • Der Kauf eines neuen Autos oder einer anderen Ware mit dem illegalen Geld und der Verkauf der Ware an einen Dritten, um das Geld als Erlös aus dem Verkauf zu erhalten.
  • Die Überweisung des illegalen Geldes an eine Servicefirma, die es mit legitimen Einnahmen vermischt und dann in den Geldfluss integriert.

Bedeutung von AML für Unternehmen

AML dient der Wahrung der Integrität des Finanzsystems und der Bekämpfung krimineller Aktivitäten. Unternehmen müssen AML-Kontrollen durchführen, um Geldwäsche zu verhindern, aufzudecken und zu melden. Dadurch kommen Unternehmen ihrer gesetzlichen Pflicht nach, das Finanzsystem vor Missbrauch zu schützen. Die Finanzaufsicht eines jeweiligen Landes überwacht dabei die Einhaltung der AML-Vorschriften.

Neben dem Schutz des Finanzsystems und der Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen ist AML auch aus Gründen der Reputation für Unternehmen wichtig. Durch konsequentes Anti Money Laundering positionieren sich Unternehmen als vertrauenswürdige und verantwortungsvolle Partner.

Der AML-Prozess

Der Anti-Money-Laundering-Prozess in Unternehmen besteht aus mehreren Schritten, die darauf abzielen, das Risiko von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu minimieren. Dazu gehören:

  • Due-Diligence, bei der die Identität, die Geschäftstätigkeit und der Zweck der Kunden überprüft werden, bevor eine Geschäftsbeziehung eingegangen oder eine Transaktion durchgeführt wird.
  • Transaktionsüberwachung, bei der die Finanzaktivitäten der Kunden analysiert und auf Anomalien oder verdächtige Muster hin untersucht werden.
  • Sanktions- und Watchlist-Screening, bei der die Kunden und ihre Transaktionen mit nationalen und internationalen Listen von Personen oder Organisationen abgeglichen werden, die mit Geldwäsche oder Terrorismus in Verbindung stehen.
  • Aufsichtsrechtliche Berichterstattung, bei der die Unternehmen verpflichtet sind, verdächtige Aktivitäten oder Vorfälle an die zuständigen Behörden zu melden.

Diese Schritte erfordern eine effektive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen und Funktionen der Unternehmen, wie z. B. dem Geldwäschebeauftragten, dem Compliance-Team, dem Risikomanagement und dem IT-Bereich. Ausserdem müssen die Unternehmen ihre AML-Prozesse regelmässig überprüfen und aktualisieren, um aufkommende Risiken zu identifizieren und anzupassen.

Automatisierung und Technologie

Der Schwerpunkt beim AML-Prozess liegt in der Überwachung und Analyse der Transaktionen und des Geldflusses. Dieser Teilprozess lässt sich durch Software-Lösungen komfortabel automatisieren und dadurch signifikant vereinfachen.

Pythagoras Solutions bietet mit dem „Transaction Screening“ eine fortschrittliche AML-Software, die durch den Vergleich von Zahlungsdaten mit Referenzdaten kontinuierlich lernt und so wiederkehrende Partner sowie charakteristische Transaktionsmuster erkennt.

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