Crypto Compliance - Definition und Bedeutung

3 min Lesezeit
12.04.2024 17:01:58
 

Digitale Crypto Währungen wie Bitcoin, Ethereum, Tether, Binance Coin und Ripple gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Einhaltung von Compliance-Regeln spielt auch für diese eine entscheidende Rolle. Wir beleuchten, wie Crypto Compliance die Entwicklung und den Einfluss führender digitaler Crypto-Währungen formt. Welche regulatorischen Rahmenbedingungen fordern digitale Währungen besonders heraus und welche Schritte sind für sie notwendig, um sowohl rechtliche als auch operative Standards zu erfüllen.

Was ist Crypto Compliance?

Crypto Compliance konzentriert sich insbesondere auf Wallets - virtuelle Geldbörsen in Form von Apps, die zur Speicherung und Durchführung von Transaktionen mit Kryptowährungen wie Bitcoin verwendet werden. Ein Hauptproblem von Krypto-Transaktionen ist ihre schwierige Kontrollierbarkeit, was sie anfällig für missbräuchliche Aktivitäten macht. Daher begrüssen seriöse Kryptowährung Unternehmen und -investoren zunehmend Regulierungen und Compliance-Regeln.
Seit der Kursexplosion von Bitcoin nach 2017 und dem Aufkommen weiterer Kryptowährungen ist das Interesse an dieser neuen Assetklasse gestiegen. Parallel dazu entwickelten sich neue FinTechs und Handelsplätze. Finanzaufsichtsbehörden weltweit reagierten zunächst zögerlich, doch mit zunehmenden Verdachtsfällen von Geldwäsche und Betrug in der Krypto-Branche wuchs der Ruf nach stärkerer Regulierung.


Was die EU sowie der DACH Raum in Sachen Crypto Compliance verlangt

Nahezu alle Länder weltweit haben mittlerweile erkannt, dass die Regulierung des Handels mit Kryptowährungen von entscheidender Bedeutung ist, um sowohl die Integrität der Finanzmärkte zu wahren als auch den Schutz der Verbraucher zu gewährleisten. Infolgedessen haben viele Regierungen begonnen, umfassende rechtliche Rahmenbedingungen zu entwickeln, die den Handel mit digitalen Währungen strukturieren und überwachen sollen. Diese Regelwerke zielen darauf ab, Transparenz zu fördern, Geldwäsche und andere illegale Aktivitäten zu verhindern und gleichzeitig ein stabiles Umfeld für Investitionen in Kryptowährungen zu schaffen. Die Entwicklung dieser Vorschriften ist ein dynamischer Prozess, der sich an die rasanten technologischen Fortschritte und die sich ständig verändernden Marktbedingungen anpasst.

 

EUROPA

In der EU sind die Richtlinien für Dienstleistungen rund um Kryptowährungen in der MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation) festgehalten. Die im April 2023 vom Europäischen Parlament verabschiedete Verordnung stellt strenge regulatorische Anforderungen an Emittenten von Krypto-Assets und Dienstleister, die auf Sekundärmärkten handeln. Die Massnahmen und Verfahren umfassen unter anderem:

  • Anti-Geldwäsche-Anforderungen (AML).
  • Know-Your-Customer-Verfahren (KYC).
  • Steuerberichterstattung.
  • Einhaltung von Wertpapiergesetzen.

Deutschland 

In Deutschland überwacht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Umsetzung der europäischen MICAR-Regeln in nationales Recht und ist befugt, direkt gegen unerlaubte Geschäfte einzuschreiten.

 

Schweiz

In der Schweiz basiert der Umgang mit Kryptowährungen auf der Basler Rahmenvereinbarung, die seit 1975 vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) entwickelt wurde. Seit 2019 wurden die bestehenden Richtlinien auf die neue Assetklasse Krypto-Assets ausgeweitet. Banken, die mit Krypto-Assets handeln, müssen:
  • angemessene Prüfungen durchführen, da Sie eine Sorgfaltspflicht haben.
  • Governance- und Risikomanagement an die erhöhten Risiken anpassen.
  • Transparenz und Offenlegung verbessern.
  • sehr hohe Kapitalanforderungen erfüllen, wenn sie Dienstleistungen mit Kryptowährungen anbieten.

Österreich

In Österreich wird der Handel mit Kryptowährungen und die damit verbundene Compliance durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) reguliert. Zu den Hauptanforderungen gehören:

  • Registrierungspflicht für Krypto-Asset-Dienstleister
  • Einhaltung der AML-Richtlinien
  • Berichterstattung und Transparenz

Bedeutung von Crypto Compliance

Die zunehmende Verbreitung und Akzeptanz von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum macht es für Unternehmen und Regierungen unerlässlich, die geltenden Gesetze und Vorschriften zu verstehen und einzuhalten. Krypto-Compliance ist ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie.

Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften ist für den Erfolg von Kryptowährungen Unternehmen essentiell, da Verstösse zu Strafen und Vertrauensverlust führen können. Daher ist es wichtig, stets über die neuesten regulatorischen Entwicklungen und Best Practices im Bereich der Crypto Compliance informiert zu bleiben.

 

Automatisierung und Technologie im Bereich Crypto-Compliance

Angesichts des schnell wachsenden Marktes und der steigenden Anzahl neuer Kryptowährungen wird es selbst für erfahrene Anbieter von Krypto-Währungsdienstleistungen immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Der Mangel an Personalressourcen führt im schlimmsten Fall dazu, dass verdächtige Transaktionen übersehen oder zu spät erkannt werden. Dies birgt das Risiko von Verlusten und kann den Ruf des Unternehmens schädigen. Automatisierte Lösungen sind daher essentiell, um Krypto-Compliance-Prozesse effizient zu gestalten. Transaction Monitoring und Transaction Screening sind beispielhafte Tools, die eine vollständige Automatisierung des Crypto-Compliance-Managements ermöglichen.