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Was ist Due Diligence? Definition und Bedeutung


In einer Geschäftswelt, in der Informationen die Währung sind, ist die Due Diligence eine unverzichtbare Prüfung, die vor erheblichen Risiken schützt. Ursprünglich im Kontext des Wertpapierhandels entstanden, hat sie sich zu einem essentiellen Bestandteil von Unternehmenskäufen, Börsengängen und Compliance zur Geldwäscheprävention entwickelt. Durch automatisierte Lösungen können wiederkehrende Due-Diligence-Prüfungen erheblich vereinfacht werden.

Definition: Was ist Due Diligence?

Der Begriff Due Diligence stammt aus dem US-amerikanischen Kapitalmarktrecht und bedeutet so viel wie „mit gebotener Sorgfalt“. Hier ging es ursprünglich um Haftungsregelungen für am Handel mit Wertpapieren beteiligte Personen. Später erfuhr Due Diligence eine Bedeutungserweiterung, bei welcher Kaufobjekte in den Mittelpunkt rückten. Dies betraf vor allem Unternehmen, die zum Verkauf standen. Bei einem Unternehmenskauf benötigt die Käuferseite eine Vielzahl an Informationen, um das Unternehmen zu bewerten. Der Käufer muss die finanziellen, rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens kennen, um ein Angebot abgeben zu können.

In der Praxis führen Fachleute aus dem Käuferunternehmen eine Due-Diligence-Prüfung durch. Meistens werden bei der Prüfung externe Berater hinzugezogen. Die Informationen über das zu verkaufende Unternehmen müssen möglichst umfassend recherchiert und analysiert werden. Dabei wird auf verschiedene Quellen zurückgegriffen. Bei der Wertermittlung werden Chancen und Risiken abgewogen und ins Verhältnis gesetzt.

Inzwischen hat sich die Due Diligence auf weitere Bereiche ausgedehnt. So wird eine Due Diligence sowohl vor dem Börsengang von Unternehmen als auch bei der Ausgliederung von Unternehmensteilen, z.B. des IT-Bereichs, durchgeführt. Zudem gibt es einen weiteren wichtigen Kontext, der den Finanzsektor betrifft. Banken führen Due-Diligence-Prüfungen bei Neu- und Bestandskunden als Präventivmassnahme gegen Geldwäsche durch.

Was ist das Ziel der Due-Diligence-Prüfung?

Durch eine Due-Diligence-Prüfung sichert sich ein Kauf- oder Übernahmeinteressent bestmöglich gegen relevante Risiken ab. Vor einem Unternehmenserwerb soll sichergestellt werden, dass die Annahmen und Prämissen, die dem Kaufangebot zugrunde liegen, zutreffend sind. Bei Due Diligence vor einem Börsengang soll sichergestellt werden, dass die Angaben im Wertpapierprospekt vollständig sind, damit bei den Anlegern keine Schäden entstehen.

Im Rahmen der Prävention von Geldwäsche und Wirtschaftskriminalität spielt die Sanktionslistenprüfung eine entscheidende Rolle. Durch diese Prüfung soll unter anderem der Sanktionslisten Status des Neu- oder Bestandskunden aufgedeckt werden. Sanktionslisten sind öffentliche Verzeichnisse, in denen Personen, Organisationen oder Wirtschaftsgüter aufgeführt werden, die von rechtlichen oder wirtschaftlichen Einschränkungen betroffen sind.

Bei den Prüfungen handelt es sich um fundierte Hintergrundrecherchen. Hierbei werden sämtliche relevante Fakten unter die Lupe genommen, um die Risiken einer Geschäftsbeziehung zu minimieren. Während die Due-Diligence-Prüfung beim Unternehmenskauf ein einmaliges Prozedere beschreibt, ist Due Diligence im Customer-Bereich ein wiederkehrender Prozess. Neben den Neukunden sind auch Bestandskunden einbezogen. Diese müssen im Rahmen der allgemeinen Sorgfaltspflicht einer regelmässigen Prüfung unterzogen werden. Nur so lässt sich der Verdacht auf Geldwäsche weitgehend ausschliessen.

Schwerpunkte der Due-Diligence-Prüfungen

Je nach Art des Unternehmens haben Due-Diligence-Prüfungen verschiedene Schwerpunkte. Die folgenden vier Prüfungen sind bei allen Unternehmenskäufen relevant:

Commercial Due Diligence (Marktanalyse, Analyse des Geschäftsmodells): Bei dieser Prüfung wird eine Markt- und Wettbewerbsanalyse durchgeführt. Geprüft wird auch, ob das Geschäftsmodell nachhaltig ist und die Wertschöpfungskette den Compliance-Regeln entspricht.

Financial Due Diligence (Finanzsituation des Unternehmens): Eine zentrale Prüfung, bei der die Finanzsituation des Unternehmens gründlich durchleuchtet wird. Neben Eigen- und Fremdkapital werden bei der Financial Due Diligence Liquidität, Cashflow, Ertrag und Vermögen geprüft. Ferner werden über jeden dieser Aspekte Prognosen erstellt.

Legal Due Diligence (Rechtliche Verhältnisse): Hier werden alle rechtlichen Risiken überprüft. Fragen nach den Miet- und Pachtverhältnissen stehen ebenso an wie die Prüfung der urheber- und arbeitsrechtlichen Situation im Unternehmen. Vor allem wird geprüft, ob aktuelle Rechtsstreitigkeiten anhängig sind, die den Wert des Unternehmens mindern oder dessen Fortbestand gefährden könnten.

Tax Due Diligence (Steuerliche Situation): Auch hier wird geprüft, ob Rechtsstreitigkeiten (mit Finanzgerichten) anhängig sind. Im Mittelpunkt der Prüfungen stehen alle steuerrechtlich relevanten Aspekte, die das Unternehmen betreffen. Die Risikoanalyse umfasst neben konzernsteuerrechtlichen Fragen die entscheidenden steuerrechtlichen Einflussfaktoren des zum Kauf stehenden Unternehmens.

Darüber hinaus können weitere Bereiche des Unternehmens einer Due-Diligence-Prüfung unterzogen werden. Beispielsweise Operations, IT, Umweltqualität, Qualität von Assets, versicherungsrechtliche Situation, Notfallpläne und vieles mehr.

Wiederkehrende Due-Diligence-Prüfungen automatisieren

Im Zusammenhang mit dem Risiko unseriöser Geschäftspraktiken (Geldwäsche etc.) ist vor allem die Integrity Due Diligence relevant. Bei diesem auch als Customer- oder Client-Due-Diligence bezeichneten Verfahren werden vor allem Daten über das Unternehmen erhoben. Ziel ist es, illegale Aktivitäten aufzudecken und zu minimieren: von der Geldwäsche bis zur Terrorismusfinanzierung…

Da jede Prüfung nur eine Momentaufnahme darstellt, muss der Prozess regelmässig neu angestossen werden. Dies stellt die Unternehmen vor grosse Herausforderungen, da der Prozess Personalressourcen bindet. Oftmals werden die Daten noch manuell zusammengetragen – eine äusserst zeitaufwendige Angelegenheit. Pythagoras Solutions bietet hierzu toolbasierte Lösungen, um wiederkehrende Due-Diligence-Prüfungen grundlegend zu vereinfachen und zu beschleunigen. So etwa das Partner Screening, welches Geschäftsbeziehungen kontinuierlich auf Risiken überwacht.

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